»homefucking is killing prostitution
“homefucking is killing prostitution” - die antwort einer deutschen band in den 80ern auf die initiative der musikindustrie “Hometaping is killing Music” - weil das aufnehmen auf tape ja so sehr alle schädigt.
im bootsektorblog gibts dazu einen interesseanten artikel, wo natürlich dargelegt wird, dass damals weder die musik gestorben ist, noch die prostitution.
bootsektor: Früher, in der guten alten Zeit des unverfälschten Kapitalismus, regelte sich eine so lebens- bzw. marktferne Einstellung dadurch, dass Firmen mit schlechten Produkten einfach Pleite gingen und durch innovative Anbieter ersetzt wurden. Heute, nach dem Ende des unverfälschten Kommunismus und damit dem Wegfall ökonomischer Feindbilder, schreien Konzernkapitäne nach staatlichem Gesetzesschutz, wenn die Ergebnisse eigener Fehlentscheidungen nicht mehr von der fundamentalistischen Shareholder-Value-Kirche mitgetragen werden. Und somit die märchenhaft bezahlte Manager-Position bedroht ist.
die musikindustrie verschläft einen trend nach dem anderen - bezahlte musik aus dem internet, kostenlose werbung durch songtextseiten und vieles andere. hauptsache den veralteten linien treu bleiben, weil es hat ja immer so funktioniert. und wenn es nicht mehr funktioniert und die käufer sich frustriert selbstständig machen, kommt man mit verkrüppelten cd’s, DRM und klagewellen.
und dennoch fallen die absatzzahlen weiter (zumindest angeblich) - vielleicht liegt es wirklich daran, dass die leute keine un-cd’s kaufen wollen oder ihnen einfach der 15te remix eines schlechten liedes in den charts nicht gefällt? (eventuell ja auch so hoch in den charts, weil jemand alle cd’s aufkauft - soll ja durchaus vorkommen…). und wieso schreiben die firmen dann gewinne ohne ende?
einen blick in die zukunft wagt auch der spreeblick mit seinem artikel Musikindustrie lässt Kindergeburtstage räumen.
“Wir beobachten seit langer Zeit das unautorisierte Singen von Liedern und das wiederholte Rezitieren von Texten unserer Mitglieder ohne korrekte Vergütung der Urheber auf Kindergeburtstagen”, erläuterte ein D.A.D.A.-Sprecher. “Wir können nicht weiter tatenlos dabei zusehen, wie das geistige Eigentum der Künstler, die wir vertreten, mit Füßen getreten wird, selbst wenn diese nur in Schuhgröße 22 stecken.”
tja, heute lachen wir noch über so eine satire - eventuell schon morgen realität?
aber die musik-(und auch die film-)industrie wurschteln weiter so wie bisher, unaufhaltsam. in den usa ist filmen & verbreiten von urheberrechtlich geschütztem videomaterial inzwischen härter bestraft als totschlag; weltweite ausweitung erwünscht.
hallo? realitätsverlust? ich darf mir dafür - als wöchentlich-kino-geher und dvd-grosssammlung-besitzer vor den filmen jedesmal einen lächerlichen spot ansehen, wo ich quasi als raubkopierer bezeichnet werde (bei rips o.ä. ist der spot ja nicht mit drauf, also muss er ja dem ehrlichen käufer gelten).
ich warte nur noch darauf, bis die tracks auf cd’s alle ein 10-sekunden-intro haben, in dem mir gesagt wird, dass kopieren von mp3s die musik umbringt. möglichst auf un-cd’s, die nurnoch auf speziellen playern wiedergegeben werden können - die natürlich das überspringen des intros verhindern. cd’s zu rippen wird dann mit der todesstrafe geahndet, und wer aus dem kino kommt und einen satz des filmes wiederholt, wird festgenommen.
etwas übertrieben, ja.
etwas übertrieben ist auch dieser text, der die zukunft der musikindustrie/der welt bis 2050 darstellt. kleiner auszug für 2005:
2005: Es werden Herbert Groenemeyer, Tom Jones, die Supremes, Suzi
Quatro und Elvis Presley als Kuenstler des Jahres ausgezeichnet, dazu
Status Quo mit dem Innovationspreis des Musiker-Managements. Die
Charts fuehren an Peter Maffay mit “So bist Du 2005″, Roberto Blanco
mit “Ein bisschen Spass muss wieder mal sein” und Zarah Leander mit “Ich
weiss, auch 2005 wird ein Wunder gescheh\’n.”Der Umsatz der Musikindustrie schrumpft erneut um 50%.
ach wie wahr. ich könnte kotzen.
gratis mp3s gibts übrigens bei amazon.
April 26th, 2005 at 8:41 pm
AMEN