»liebe mich, wenn du dich traust
gestern hab ich mir mit einer freundin liebe mich, wenn du dich traust (guillaume canet, marion cotillard) angesehn. (originaltitel: jeux d’enfants)
die dvd ist eine woche vor dem kinostart in österreich erschienen – mal etwas anderes. (kinostart lt. verleih: 20. mai 2005)
julien und sophie kennen sich seit ihrer kindheit, wo sie ein recht albernes spiel angefangen haben – sich immer wieder mit wetten etwas zu beweisen, mit einer spieldose als pfand. diese wetten beginnen relativ harmlos – dem direktor im büro auf den boden zu pinkeln oder eine tischdecke samt geschirr auf einer hochzeit vom tisch zu ziehen – jede herausforderung wird angenommen. doch mit zunehmendem alter fangen sie an, sich gegenseitig zu demütigen, die spiele werden zerstörerischer. als sophie julien ihre liebe gesteht, ist julien offenbar der meinung, dass dies zum spiel gehört. ihre freundschaft und/oder beziehung bricht auseinander. doch nicht, ohne eine neue wette: “du wirst mich 10 jahre lang nicht sehen. top.”. (text von mir, bild von der seite des österreichischen verleihers (der auch ein paar gute fotos online hat))
der film wird sehr oft (in reviews, auf dem dvd-cover) mit die fabelhafte welt der amelie verglichen. diesen vergleich verstehe ich nicht so richtig. lässt man ausser acht, dass es ein französischer, romantischer film mit guter musik ist, haben die beiden – wie mir scheint – nicht viel gemein. sicher kamen ähnliche effekte zum einsatz, dennoch ist der hinterlassene eindruck ein ganz anderer. genausogut könnte man ihn mit ähnlich romantischen liebesfilmen vergleichen, zB “weil es dich gibt” – wo man ein ähnlich kindisches spiel hat.
der film ist in seiner eigenen art romantisch, traurig, mitreissend und gemein zugleich. sophie hat ehrliche gefühle für julien – doch er treibt das spiel weiter, zu weit. sich einzugestehn, dass aus der freundschaft liebe geworden ist, würde julien nur im spiel. und je mehr zeit vergeht, desto schlimmer werden die spielchen – bis hin zu gemein: “du hast gesagt, ich könne dir nicht wehtun.”.
die schauspieler spielen ihren teil sehr gut. sie haben viel kraft, die sie in den film einbringen. warm- und kaltherzigkeit werden erbarmunglos gespielt. der soundtrack klingt wirklich gut und fügt sich gut ein, ohne dominant zu wirken.
ich fand ihn wirklich gut. es ist wiedermal etwas anderes, nach so einigen “dummen” actionfilmen wiedermal etwas mit substanz zu sehen. ich kann ihn nur wärmstens weiterempfehlen.
allerdings möchte ich noch etwas anschneiden:
im aktuellen ray (film kino entertainment magazin) ist ein review über den film, in dem er sehr verrissen wird. das hat mich gewundert, da sich mein filmgeschmack eigentlich recht gut mit dem der redakteure des ray deckt. das review ist von andrea klingsieck, worauf ich in den älteren ray, dich ich noch habe, mehr filmreviews von ihr gesucht habe. leider habe ich nichts gefunden, wo ich den film auch gesehen hätte. naja, geschmäcker sind halt doch verschieden. doch auch sie vergleicht den film mit die fabelhafte welt der amelie, spricht sogar von einer “schwer verdaulichen Amélie-Poulainisierung” und “einem Katalog machbarer Spezial- und Kameraeffekte”. ja, es wurden einige tolle effekte eingebaut – doch mir erschienen sie relativ gut platziert (bis auf einen). und ich glaube, wenn man ein modernes liebesmärchen erzählt, dass dann noch französich ist, wird es _immer_ irgendwie wie die fabelhafte welt der amelie wirken. das liegt einfach daran, weil der film vermutlich mit seinem erfolg eine messlatte für alle arten dieser filme gelegt hat. und das ist weder jean-pierre jeunets (regie amelie) noch yann samuells (regie jeux d’enfants) schuld.