»gestrige sneak - ray

ray filmplakattjo, hab schon ein weilchen nichts mehr über die aktuellen sneaks geschrieben, aber das was gestern war, war einfach unglaublich.

vorige woche - am mittwoch - hab ich mir im kino “das vermächtnis der tempelritter” angesehn. davor kam ein trailer mit “ray” - und er wirkte auf mich unglaublich gut. ich notierte in meinem kopf, dass das ein film zum ansehn wird. hab mir dann daheim nochmal den trailer angesehn. ich wusste: den film muss ich mir ansehn.

umso begeisterter war ich, als ich gestern in der sneak sass, der film begann und man blauen zigarettendunst aufsteigen sah. ich dachte mir: “nein, das kanns jetzt aber nicht sein). dann sah man 2 schwarze hände, die anfingen auf einem klavier zu spielen und der titel wurde eingeblendet: “Ray”. ich liebe es, wenn must-see filme in der sneak gespielt werden. soviel zur vorgeschichte.

Ray ist soetwas wie eine biographie von ray charles (eigentlich “ray charles robinson”). für alle, denen der name nicht sagt (shame on you), er revolutionierte die musik seiner zeit auf eine ganz eigene art und weise. er spielte blues, r&b, verband r&b mit gospel zu soul und zog immer sein eigenes ding durch.
der film startet mit dem jungen mann ray, der versucht, mit seinem gesang und seinem klavierspiel bekannt zu werden. der film ist immer wieder durchzogen mit rückblenden an seine kindheit, wo er als kleines kind erblindete.
er bekam einen plattenvertrag, tourte mit einer band durch die gegend und kam so in kontakt mit marihuana und später heroin. er lebte immer 2 leben - eines zuhause, mit seiner frau&kind, und eines auf der strasse während der tour, mit einer anderen frau und seinen drogen.

sein anfänglicher werdegang, von anfang der 50er bis mitte der 60er wird sehr detailliert dargestellt, wie sich seine musik entwickelt hat, seine eskapaden mit frauen, wie er als blinder ausgenutzt wurde, seine drogengeschichten (inklusive der inhaftierung), das georgia-problem (wo er nicht auftrat und deshalb verbannt wurde, später wurde sein lied “georgia” (bei dem es um das mädchen georgia geht) als offizielle hymne eingesetzt)) und das geld, das einem die labels bieten.

jamie foxx spielt wahnsinnig gut. er weiss wie ray charles geredet hat (btw, deshalb war der OT anfangs recht schwer zu verstehn, man gewöhnte sich aber dran), wie er sich bewegte und lieferte eine überzeugende darstellung eines drogensüchtigen. klavier spielte er selbst. die musik war AFAICT original und mit dem film synchronisiert. jamie foxx spielt da die rolle seines lebens. war jamie erst durch filme wie “an jedem verdammten sonntag” (hauptrolle willie beamen), “ali” (in dem er auch sehr genial spielte) oder erst vor kurzem “colleteral” (der mE nicht wirklich gut ist) bekannt geworden, ist “ray” wirklich etwas, mit dem man angeben kann. mich würds nicht wundern, wenn der film einiges an oscars abstauben würde - uA in den kategorien “dokumentarfilm” und “beste hauptrolle”.

ray charles ist ja im juni diesen jahres verstorben (übrigens nicht am heroin, er hat einen entzug vor langer zeit gemacht), er bekam allerdings den film noch mit - er starb kurz nach beendigung der dreharbeiten. das ende des films zeigt “Ray Charles - 1930-2004″ und ich finde es ist der wunderbarste nachruf, den man jemanden entgegenbringen kann. der film ist sehr emotionsgeladen, mit toller musik untermalt. er dauert an die 2 1/2 stunden - die länge passt im grunde. sehr viel länger hätte er nicht sein dürfen; es hätte aber wesentliches gefehlt, wäre er kürzer.

ich kann dem film jedem empfehlen, der auf die musik von ray charles steht oder einfach nur an einer tollen lebensgeschichte interessiert ist. jeder, der auch mal einen 2 1/2 stunden film ansehn kann, in dem keine fäuste fliegen, nichts explodiert und keine sündteuren special effects vorkommen könnte der film ebenfalls interessieren.
ich fands genial, und seit sehr langer zeit war wiedermal ein film in der sneak, der von mir überall die höchste wertung bekommen hat. recommendation: +

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