»creep
nachdem ich ihn im kino verpasst habe, hab ich mir gestern creep (franka potente) auf dvd angesehen.
kate möchte nach einer party noch zu einem treffen, und begibt sich auf den weg zur u-bahn. die nächste (und letzte) u-bahn kommt in 8 minuten - leider schläft kate auf dem wartebänkchen ein und verpasst natürlich die u-bahn. die station ist aber inzwischen abgeschlossen und kate somit alleine eingesperrt. seltsamerweise kommt dann doch eine u-bahn, allerdings ist kate da nicht mehr wirklich allein… (bild von amazon.at)
vom dem film kannte ich nicht viel mehr als das filmplakat und einer groben plotbeschreibung - dies machte den film recht interessant. leider hab ich ihn im kino verpasst, deshalb kam vor wenigen tagen die dvd über amazon zu mir.
der film ist mit seinen 82 minuten relativ kurz ausgefallen - diese 82 minuten sind hauptsächlich mit einer laufenden franka potente gefüllt. der film bietet eine geniale stimmung - die londoner u-bahn, helle fliesen, stark ausgeleuchtet, menschenleere hallen, das surren der leuchstoffröhren - der eindruck ist wirklich bleibend. dazu die dunklen, düsteren schächte. kompliment an dieser stelle an christopher smith, das ist erstklassige arbeit. es wurde stark mit den hinteren soundkanälen gearbeitet, ständig hört man ein surren, plätscherndes wasser oder ähnliches von hinten, was die stimmung nur noch intensiviert. dazu der creep, den man sehr lange zeit nicht zu gesicht bekommt, und seine hohen schreie.
was allerdings nicht sonderlich gelungen ist, sind schockeffekte. es sollte einige geben, doch wirken tut davon kein einziger - entweder sind sie schon zu vorhersehbar oder man denkt sich nichts dabei.
wirklich extrem war die brutalität und perversion in dem film. wer “wrong turn” gesehen hat, wird wissen, was ich meine - creep ist diesem in manchen belangen nicht unähnlich. da wird geschlachtet, das blut spritzt, bis es an allen böden, wänden, gesichtern und kleidung haftet. kaum kennt man einen der charaktere für ein weilchen, ist er auch schon wieder weg.
unklar ist, woher der creep stammt. man macht zwar einen kleinen ausflug in seine vergangenheit (?), wirklich antworten bekommt man aber nicht. die szene erinnerte mich ein wenig an “house on haunted hill”. inzucht, genetische experimente? auf jeden fall hat der maskenbildner gute arbeit geleistet.
dass der film ab 16 freigegeben ist, erstaunt mich. wenn selbst kill bill vol.1 nur eine freigabe ab 18 erhalten hat - dieser film müsste diese auch bekommen. vorallem die “operationsszene” ist wohl an perversion zu gewalt kaum mehr zu überbieten, auch wenn man im grunde nichts sieht. zart besaitete sollten sich - alleine dieser szene wegen - den film wohl besser nicht ansehen, ich kann mir gut vorstellen, dass diese bilder verstören.
in summe macht das: gute idee, guter ansatz, geniale stimmung, jedoch einfach zu viel sinnlose brutalität und keine wirkenden schockeffekte, die meiner meinung nach in einem horrorfilm schon vorkommen sollten. die schlussszene hingegen find ich sehr gut gemacht, im kontext zu einer der anfangsszenen. fazit: interessant, aber muss man nicht gesehen haben.