»frequency 05 – leute, organisation und der rest

auch wenn das frequency musikalisch wirklich gut war, so gab es dennoch einiges auszusetzen am frequency – und einige wenige sachen, die gegenüber dem vorjahr wirklich besser waren.

  • dass das wetter am salzburgring mal schnell ungemütlich werden kann, das sollte ja inzwischen bekannt sein. auf die drohende schlammschlacht wurde bei dem checkpoint nord mit ein paar wenigen hackschnitzeln reagiert, die durchgänge ins kerngelände waren mit matten ausgelegt – ganz gute idee, im anbetracht des vorjahres. allerdings hätten viel mehr wege mit diesen hackschnitzeln bestreut werden können, manche wege waren schon sehr gefährlich. beim novarock hat das doch ganz gut funktioniert, mit planieren und stroh. auch wenn man die zugangswege nicht planieren kann, aber etwas ausstreuen wäre schon ein hit gewesen. und weil alle über den hang vom camping nord sudern, es gab auch einen asphaltierten weg, ganz gatschfrei. ja, ich habs auch nicht gleich gewusst, aber er ist angeschrieben, wenn auch sehr spärlich.
  • wo wir gleich beim nächsten thema wären – etwas mehr schilder wären nett gewesen. vom parken zum camping bin ich _irgendwo_ gegangen, man hatte keine ahnung, wo man eigentlich hinmuss.
  • es waren einfach viel zu viele leute dort. mir ist egal, ob der veranstalter noch so viel beteuert, dass die kapazitäten nicht vollständig genutzt wurden, es war einfach überall rappelvoll (vor allem freitag abend), man kam nirgendwo mehr hin. in alle richtungen wurde geschoben, ein einbahnsystem hätte sich wirklich bewährt. vielleicht hätten ins komplette gelände mehr leute reingepasst, das kerngelände war aber praktisch voll.
  • brückewo wir bei der brücke wären. liebe leute, die die pressekonferenz gegeben haben: woher habt ihr die infos, dass auf der brücke nicht gedrängelt wurde, als sie zusammenbrach? wart ihr selbst auf der brücke? nein? wie wärs, wenn ihr die leute fragt, die draufwaren. ich stand auf der brücke, als diese einknickte und konnte mich gerade noch retten, um nicht hinunterzufallen. das gedränge vorher war unglaublich. die einen wollten raus, die anderen rein, von hinten wurde geschoben was das zeug hielt, man wurde als keil in die brücke gedrängt und konnte sich nicht wehren. die leute, die seitlich auf der brücke standen, wurden gegen das geländer gepresst, so dass sich viele über das geländer retteten, um nicht erdrückt zu werden. überall rufe “hört auf zu drängen!”, plötzlich ein lautes krachen, ein kreischen geht durch die menge und ich hörte nur noch sachen ins wasser platschen. plötzlich war vor mir bis auf 2 leute alles leer, ich fiel hin und konnte mich noch grad abstützen und mich nach oben retten. oben hab ich versucht, die leute davon abzuhalten, weiterzudrängen – da immer noch leute in diese richtung drängten. von wegen kein gedränge auf der brücke. erst, als die brücke unten war, sah man einen security, der versuchte anweisungen zu geben. die leute haben sich gegenseitig geholfen um heil herauszukommen, bis das rote kreuz eintraf, die dann auch rasch geholfen haben. ich will da über keine schuldzuweisungen mutmassen, aber es gab einfach gedränge. ob das hätte verhindert werden sollten (durch securities), die brücke dem generell nie standgehalten hätte (viele leute drauf und druck auf die geländer weil zu voll) und somit von einem statiker bemängelt hätte werden müssen, der schlammige untergrund (kein frequency mehr bei schlechtwetter?) oder einfach niemand die schuld hat – sowas hätte nie passieren dürfen, und gottseidank kam niemand ums leben. gerüchteweise gab es ja wiederbelebungen (oder bewusstlose) – das ist aber unbestätigt und kann auch nur hoax sein. bitte nächstes jahr gleich eine brücke vom bundesheer und einbahnsystem… laut kurier werden zeugen gesucht, leider steht nicht, wo man sich melden kann. (das foto ist von fm4.orf.at)
  • die gastrobetriebe stellen sich endlich darauf ein, dass sie hier in österreich sind. speisen bekommen endlich namen, die wir auch kennen und die leute können was mit den begriffen “verlängerter” und “almdudler” anfangen. gut so. die preise fand ich – obwohl es natürlich nicht sonderlich billig war – dennoch in ordnung.
  • die securities waren teilweise überfordert.
  • es haben dermassen viele band abgesagt.. unglaublich. da kann zwar der veranstalter nichts dafür (megastau, kehlkopfentzündungen, band sagt ganze tour ab, …) aber das hab ich bisher auch noch nicht erlebt. dennoch war das insofern gut organisiert, dass fast immer eine ersatzband zur stelle war.
  • gelobt sei das bundesheer, die rasch eine neue brücke aufgestellt haben, und derjenige, der die idee hatte, ein einbahnsystem darauf zu machen. die idee hätte euch schon vorher kommen können, etwas mehr mit einbahnen zu arbeiten, bzw ein mittelgang vor der bühne – da gibts noch einiges zu verbessern. wellenbrecher generell gabs genug, das war wirklich gut.
  • das rote kreuz hat unglaubliche arbeit geleistet – die waren quasi im dauereinsatz. gut fand ich auch die securities auf den quads, die teilweise wege freihielten (wenn auch nicht immer recht erfolgreich).
  • soundmässig (zumindest auf der mainstage) wars 1A. vidiwall gabs auch wieder (die ja beim novarock recht abging, find ich). nur bei der second stage gabs probleme, die ja während kosheen angeblich 5 stromausfälle hatten…

das ist das, was mir derzeit so einfällt.
musikmässig ein grossartiges festival, organisatorisch gibts immer noch einiges zu verbessern, auch wenn gegenüber dem vorjahr schon einiges besser gemacht wurde. aber diesmal hätte echt etwas ins auge gehen können…

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