»kino: das comeback
gestern hab ich dann auch noch das comeback (russel crowe, renee zellweger, paul giamatti), leider nicht in OV (originaltitel: “cinderella man”), gesehen.
jim braddock ist ein erfolgreicher boxer. auch wenn seine linke nichts hermacht, seine rechte sitzt. doch als er in der weltwirtschaftskrise sein geld an der börse verliert und sich bei einem autounfall die recht hand bricht, ist alles anders. er hat beim boxen seine besten zeiten hinter sich, bei einem kampf bricht er sich erneut seine rechte hand und verliert seine lizenz. das einzige einkommen, um sich und seine familie zu ernähren, sind die paar dollar, die er beim arbeiten im hafen bekommt. als die schulden immer höher werden, bekommt er eine zweite chance als boxer, da niemand kurzfrisitg für einen kampf einspringen wollte. zu aller überaschung läuft es gut, und er bekommt für einen kampf einen furchteinflössenden gegner, den amtierenden weltmeister max baer, der schon zwei menschen im kampf getötet hat…
(bild von www.megaplex.at)
der film spielt – für alle die in geschichte nicht aufgepasst haben – in den zeiten der weltwirtschaftskrise, also den späten 20ern und 30ern. nachdem braddock zuerst mit seiner frau mae ein luxeriöses leben geführt hat, haust er nun in einer winzigen kellerwohnung, das geld reicht kaum für das essen und sie sind mit den zahlungen für strom und gas im rückstand. es gibt kaum arbeit, viele menschen haben alles verloren. einem seiner söhne verspricht er, dass er ihn nie wegschicken wird. den gips seines gebrochenen armes färbt er schwarz, um arbeit zu bekommen – und arbeitet dann hauptsächlich mit der linken hand. diese zwei faktoren spielen eine grosse rolle bei seinem comeback – er weiss diesmal, wofür er kämpft (zB um die stromrechnung zu bezahlen, damit die kinder hier bleiben können), und er hat – im gegensatz zu früheren zeiten – eine härtere linke.
seine frau steht immer unterstützend hinter ihm, war aber nie bei einem seiner boxkämpfe. doch als sie erfährt, dass sein zukünftiger gegner, der auf sehr brutale art und weise boxt, bereits 2 menschen im ring getötet hat, macht sie sich enorme sorgen. wenn er bei diesem kampf stirbt, haben sie und ihre kinder nichts mehr. joe, der ihm seine kämpfe besorgt, gibt ihm 175 dollar, damit er nicht arbeiten muss und stattdessen trainieren kann. braddock wird mit seinen siegen zum held des armen volkes. er steht für die hoffnung der leute, auf ihn verlassen sich viele mitmenschen. seine freunde und nachbarn beten für ihn und auch die zeitungen bekommen interesse an der sache. somit lastet sehr viel druck auf ihm vor seinem letzten kampf.
die art und erzählweise des films lässt darauf schliessen, dass es ein film ist, dem man problem los kein happy end zutraut. somit wird es gegen ende sehr spannend, da man wirklich nicht weiss, wie es ausgeht (und ich werde es auch hier nicht verraten). die story selbst ist sehr gut gemacht – der aufstieg vor und das leben während der krise, entscheidungszwiespalt, freundschaft, familie. russel crowe spielt einfach phänomenal, seine rolle ist auch ohne frage die am komplexesten ausgearbeiteste im ganzen film. hart und gnadenlos im ring, hart arbeitend im hafen, liebe- und gefühlvoller vater zuhause. die boxkämpfe wirken sehr real und man fiebert – auch wenn man mit dem boxsport normalerweise nicht viel anfangen kann – mit. zellweger als seine frau hat eine relativ simple rolle, obwohl sie dass doch eigentlich besser könnte (nein, ich rede nicht von “bridget jones” sondern von “jerry maguire”). giamatti, der den “joe” spielt, hat zwar auch eine relativ simple rolle, aber spielt diese einfach zur perfektion. wie giamatti sich immer seiner jeweiligen rolle anpasst und sich von film zum film verbessert (zB auch sein guter auftritt in einer nebenrolle in “verhandlungssache”) beeindruckt wirklich, ich finde er entwickelt sich wirklich zu einem respektablen schauspieler.
das alles wurde von regisseur ron howard zu einem tollen stück film zusammengefügt, der wirklich enjoyable ist. die überlange von 2 stunden 25 minuten fällt kein bisschen auf – der film zieht sich wirklich nirgendwo und es kommt einem garnicht wie ein überlängenfilm vor.
für mich steht fest: dieser film heimst sich eine oscar-nominierung ein. ob er auch einen bekommt oder in welcher kategorie er nominiert wird, weiss ich nicht, aber ich bin mir fast sicher, dass es so kommen wird. auch wenn der film nicht perfekt ist und es sicher viele andere filme dieses jahr gab, die einen oscar verdienen – zu viele faktoren laufen in diesem film zusammen. grandiose schauspieler (mit oscar-preisträgern), ein guter regisseur (der auch bereits oscar-preisträger ist), eine wirklich mitreissende und gleichzeitig gefühlvolle story und er hat überlänge (kein scherz, ist schon mal jemandem aufgefallen, dass viele oscar-filme überlänge haben? ich sollt vielleicht mal nachforschungen dazu anstellen…). ja, ich weiss, einen boxfilm hatten wir erst bei der letzten oscar-verleihung, aber der film fokussiert einfach auf einen komplett anderen bereich, auch wenn ich von million dollar baby wirklich begeistert war und auch noch bin. aber man sollte hier keine hinkenden vergleiche anstellen.
der film ist das eintrittsgeld auf jeden fall wert. punkt.