»sneak: tim burtons corpse bride

filmplakatgestern lief in der sneak tim burtons corpse bride – dt. titel “tim burtons corpse bride – hochzeit mit einer leiche” (mit den stimmen von johnny depp und helena bonham carter).

victor van dort soll die schöne victoria everglot heiraten. die beiden kennen sich nicht – bei der hochzeit geht es hauptsächlich um geld. victor ist zuerst misstrauisch – doch als er victoria kennenlernt, freut er sich auf die hochzeit. die hochzeitsprobe vermasselt er jedoch gründlich mit seiner nervösen ader – worauf er entnervt in den wald läuft. dort übt er den ablauf der hochzeit und steckt einem ästchen den ring an. das ästchen ist allerdings der fingerknochen eines ermordeten mädchens, dass daraufhin erwacht, sich mit ihm verheiratet fühlt und ihn mit in das reich der toten nimmt…(bild von www.megaplex.at)

“corpse bride” ist ein stop-motion film, das heisst, dass jede bewegung gestellt und fotografiert werden muss, bis das ganze zu einem film zusammengefügt wird. wenn man sich das im hinterkopf behält, ist es beinahe unglaublich, mit wieviel liebe, detail und aufwand die szenen in diesem film geschaffen wurden. jede szene, ob das grau-in-grau in der “stadt der lebenden” oder die farbenfrohe “stadt der toten”, alles ist einfach ein genuss für das auge. bestimmte beeindruckende kamerafahrten, um einen gewissen dramaturgischen touch zu erzeugen oder um die stark überzeichneten figuren witzig zu betonen – alles wirkt relativ simpel, tatsächlich war es aber bestimmt ein mords aufwand. hier gibt es fotos vom set, für alle, die sich darunter nicht viel vorstellen können.

nachdem victor sich offenbar mit der toten braut verheiratet hat und von ihr mitgenommen wird, versucht er alles, heil dieser situation zu entkommen. nachdem sie erfährt, dass er sie belügt wird der film sehr emotional – die braut sieht ein, dass eine ehe mit einem lebenden nicht funktionieren kann, victor denkt nach, ob eine ehe mit einer toten nicht funktionieren könnte. die quote “can a heart still break after it’s stopped beating?” bringt diese stimmung sehr gut zum ausdruck. begleitet wird diese story von viel gesang (fast schon musical-ähnlich) und einem wirklich guten soundtrack, der hin und wieder auch von sehr gefühlvoller und in die handlung integrierter klaviermusik begleitet wird. vor allem die szene mit seiner toten braut am klavier ist wirklich sehr schön.

der plot lässt sich irgendwie in die richtung komödie/horror kategorisieren, wobei horror nicht im sinne eines klassischen horrorfilmes zu verstehen ist. “schwarzer humor” trifft es möglicherweise besser, wobei ich mit dem begriff auch nicht 100%ig zufrieden bin – vielleicht fällt mir noch etwas besseres ein. morbid zum beispiel. die witze sind oft einfach skurille vorkommnisse (beispielsweise der wurm im kopf), die stark überzeichneten charaktere oder intelligente wortwitze im bezug auf “lebende tote”. es gibt also zu der verrückten und gefühlvollen story genug zum lachen, um dieses werk zu etwas einzigartigem zu machen. die grundidee der geschichte selbst basiert auf einem russischen märchen.

die synchronsprecher sind leute, die schon öfters mit tim burton zusammengearbeitet haben – johnny depp in “sleepy hollow” und “charly and the chocolate factory” – helena bonham carter ebenfalls in diesem film und in “big fish”. burton hat eindeutig den richtigen riecher für einen film dieser art, und das ist wohl auch der grund, warum sein name im titel erwähnt wird – zu schnell könnte man vom titel und filmplakat einen falschen eindruck bekommen. der film ist aber durchaus familientauglich und ich kann ihn nur jedem weiterempfehlen. ein meisterwerk.

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