»kino: a history of violence
gestern hab ich im kino a history of violence (viggo mortensen, maria bello, ed harris) gesehen.
tom stall ist ein braver familienvater, der in einem kleinen kuhdorf mit seiner famile lebt und einen kleinen imbissladen betreibt. eines tages wird der laden von 2 männern überfallen, die vor nichts zurückschrecken. er schafft es, beide umzubringen, bevor sie es tun und wird dadurch zum lokalen helden. doch dann bekommt er besuch von mitgliedern des organisierten verbrechens, die ihn für joey cusack halten - einen ehemaligen kollegen, mit dem es noch ein hühnchen zu rupfen gibt… (bild von www.megaplex.at)
bei a history of violence hat david cronenberg regie geführt. auf cronenberg wurde ich bei “eXistenZ” aufmerksam, da es wirklich ein film hoher genialität ist und meiner meinung nach viel zu unbekannt. cronenberg ist dafür bekannt, den zuschauer schockieren zu wollen - gewalt, blut, tod, dazu eine etwas wirre oder bizarre story, die man nicht wirklich vorhersehen kann.
a history of violence folgt durchaus dieser schablone, allerdings anders, als man es gewohnt ist. ich finde cronenberg konzentriert sich zu sehr darauf, diese (erwarteten) klischees zu erfüllen, dass der film dabei auf der strecke bleibt. gewalt gibt es genug, verstümmelte gesichter in grossaufnahme und spritzendes blut sollten wohl jeden, der so etwas sehen will, zufriedenstellen. allerdings hapert es an der story. hat der film anfangs noch ordentlich biss - vor allem auch mit den szenen, die man aus dem trailer kennt - so geht das doch schnell verloren. zu schnell wird einem klar, wohin die eigentlich recht simple story führt. dazu kommen plötzlich neue personen, die kaum einen charakter besitzen und die story auch kaum weiterbringen; sind sie doch bald tot.
darüber liesse sich schon schwer hinwegsehen, doch auch die schauspielerische leistung bleibt oft zurück. zwar spielen mortensen und harris ihre parts recht zufriedenstellend, doch bello als seine frau spielt sehr seltsam. sie hat nur 2 arten von gesichtsausdrücken, und die szene, in der ihr wohl schlecht werden sollte, kommt mehr als brösel-in-hals herüber.
dazu ein paar seltsame szenen. die “vergewaltigung” auf den stufen - als kontrast zum sex vor der gewalt? wenn ja, wieso kommt es überhaupt zu der szene? hätte man das nicht besser einbauen können? die ohrfeige für den sohn - ein gewaltausbruch, nachdem er ihm erzählt, dass gewalt keine lösung ist? der film versucht ein schockierender thriller und ein familiendrama zugleich zu sein, um dem film eine gewisse tiefe zu verleihen, die er ja durch die story nicht bekommt. leider ist das nicht besonders gelungen. dazu kommt das ende, das wirklich sehr schwach ist. es zeigt gewisse interessante ansätze (vorallem die szene am tisch), fühlt sich aber einfach nicht vollständig und leicht dumm an. entweder man bringt es zu ende, oder lässt das ende _komplett_ offen - wie in eXistenZ. das hätte wohl zu mehr aufschreien geführt, wie seltsam das ende doch ist - aber es hätte stil gehabt, wenn cronenberg es so mit seiner art erschaffen hätte.
schade, der trailer hat lust auf einen interessanten thriller gemacht. leider trifft das nur auf den anfang zu.