»kino: elizabethtown
“if it wasn’t this, it would be something else.”
heute hab ich elizabethtown (orlando bloom, kirsten dunst, susan sarandon uva), leider nicht in OV, im kino gesehn.
drew baylor (gespielt von bloom) hat mit einem schuh, an dem er 8 jahre lang gearbeitet hat, fast eine milliarde dollar in den sand gesetzt. er ist ziemlich fertig und möchte sich gerade das leben nehmen (auf sehr kreative art und weise), als seine schwester anruft und ihm mitteilt, dass ihr vater gestorben ist. drew macht sich auf nach elizabethtown, um den leichnam seines vaters nach oregon zu bringen. auf dem flug dorthin lernt er claire (gespielt von dunst) kennen, die sich mit ihm unterhalten will, da dass flugzeug kaum besetzt ist.
wenn ich mir einen film von cameron crowe ansehe, dann sind mir 2 sachen klar. erstens gibt es einen exzellenten soundtrack – crowe verwendet immer viel zeit darauf, die richtige musik zu finden, die seine filme unterlegen und begleiten. zweitens gibt es beeindruckende bilder – crowe schafft es immer wieder, szenen so zu gestalten, dass man es sich problemlos vorstellen kann, eine still photograph dieser szene als bild aufzuhängen. beides trifft auch auf elizabethtown zu. der soundtrack hat viele grossartige und unbekanntere schätze zu bieten (zum beispiel “my fathers gun” von elton john), und ein still photo einer bestimmten szene ziert bereits mein notebook als desktop wallpaper.
dafür fällt die besetzung der rollen etwas seltsam aus. jessica biel ist gerade einmal ein paar minuten im bild, ihre rolle trägt kaum etwas zur story bei – keine ahnung, warum da gerade sie gecastet wurde. kirsten dunst ist meiner meinung nach auch keine idealbesetzung – ich finde einfach, dass sie keine besonders gute schauspielerin ist. glücklicherweise ist ihre arbeit in elizabethtown jedoch relativ gut, beziehungsweise gibt es einige szenen, die sie herausreissen. ihre rolle hat zwar nicht besonders viel tiefe, jedoch genug, um interessant zu wirken und zumindest ein bisschen funkenschlag zwischen ihr und bloom aufkommen zu lassen.
ganz im gegensatz zu bloom, der in seiner rolle geradezu aufzublühen scheint. immerhin ist das seine erste richtige rolle, wo er nicht entweder irgendeinen krieger und/oder mit einem grossen hauptdarsteller spielt und danneben untergeht. hier zeigt er seine qualitäten und kann das erste mal richtig schauspielern, was ihm ganz gut gelingt. seine tränen wirken ehrlich, seine dunklen augen sprechen. er war witzig und seine figur war wirklich schön ausgearbeitet. susan sarandon ist ein heimlicher star in dem film; ist sie fast den ganzen film hindurch kaum in aktion, so hat sie gegen ende jedoch den wunderbaren part mit dem monolog und dem tanz, eine der besten szenen im film.
andere wunderschöne szenen sind das telefongespräch zwischen drew und claire, inklusive dem ende oder die von claire vorbereitete karte – und nicht zu vergessen, “free bird” im “regen”. der film ist einfach voll mit diesen wirklich schönen szenen und wird dazwischen aufgefüllt mit drew, der bei seiner familie väterlicherseits endlich seinen vater kennenlernt – nach dessen tod. claire hilft drew zu vergessen und zu sich selbst zu finden.
dabei fällt ein bisschen ein muster in filmen von crowe auf – im grunde versucht ein mann zu sich selbst zu finden und bekommt dabei hilfe von einer wichtigen frau in seinem leben. sei es jetzt dorothy, die jerry in “jerry maguire” hilft, penny lane, die william in “almost famous” zeigt, wo’s lang geht oder sofia, die david’s leben in “vanilla sky” einen neuen sinn gibt. und ich glaube auch das macht etwas seiner magie bei den filmen aus (auch wenn vanilla sky nicht aus seiner feder stammt). vermisst habe ich ein wenig die crowe-typischen dialoge. das telefongespräch war zwar nett, aber dabei ging es nicht wirklich um etwas. dialoge mit substanz sind etwas spärlich geraten.
was bleibt abschliessend zu sagen? auch wenn man sich etwas mehr erwarten konnte und es nicht crowes bestes werk ist, so ist der film doch sehr enjoyable und definitiv in die “must-see” kategorie von filmfreunden einzuordnen. dafür ist es blooms bisher bestes werk, und ich hoffe er wird nach dieser 180°-wendung noch mehr rollen dieser art bekommen.