»kino: ein ungezähmtes leben

filmplakatam mittwoch hab ich ein ungezähmtes leben – originaltitel “an unfinished life” (robert redford, morgan freeman, jennifer lopez), leider nicht in OV, im kino gesehen.

jean hat es nicht leicht. nach dem tod ihres mannes lebt sie mit ihrer tochter bei ihrem derzeitigen freund, der sie schlägt – irgendwann wird es ihr zu viel und sie fährt mit ihrer tochter griff zu ihrem schwiegervater einar, der im tiefsten wyoming in der wildnis als einsiedler lebt. einar sieht das nicht gerne – er gibt seiner schwiegertochter die schuld am tod seines sohnes. noch dazu hat er nie davon erfahren, dass er eine enkelin hat. dabei müsste er doch wissen, das unfälle passieren – vorallem seit dem zwischenfall mit dem bär und seinem besten freund mitch…(bild von www.megaplex.at)

ein bär streift durch den wald, sanfte geigenmusik im hintergrund, eine alte holzhütte steht am waldesrand – mir solchen idyllischen bildern beginnt der film. kurz darauf wird diese idylle jedoch von einem streitgespräch zerissen – ich hab das gefühl: je härter ein solcher einschnitt im film, desto mehr fühlt man die emotionen, die herüber gebracht werden sollen.

der film wurde directed von lasse hallström, der schon meisterwerke wie “chocolat” und “gottes werk & teufels beitrag” gezaubert hat. die tatsache, dass hallström regie führt und grössen wie robert redford und morgen freeman mitspielen, war einer der hauptgründe für mich, diesen film anzusehen.

robert redford spielt den schwiegervater/grossvater einar, der nicht besonders glücklich über den besuch ist. für ihn ist die sache klar – jean (jlo) ist schuld am tod seines sohnes, der bei einem autounfall ums leben kam. dabei ist er nicht besonders fair und vor allem auch zu griff sehr kratzbürstig. ausserdem ist er eine “hoate sau” – mit zwei gebrochenen rippen reiten… morgan freeman spielt mitch, den besten freund von einar. er wurde von einem bär schwer verletzt und kann sich nicht mehr viel bewegen und bekommt täglich schmerzmittel. jean will eigentlich nur von ihrem (ex-)freund weg, und in der abgeschiedenen wildnis leben, bis sie genug geld hat, wo anders neu anzufangen. griff (becca gardner) ist die brave tochter, die sich eigentlich nur ein wenig einleben will und warmherzig auf ihren grossvater zugeht, jedoch oft bei ihm aneckt. alleine die begrüssung “ich will dich hier nicht haben”, noch bevor irgendein wort geredet wurde, sagt schon viel bezüglich seiner einstellung von einar zu den beiden aus.

mitch ist in der freundschaft der vernünftige – er kennt einar zu gut, um nicht zu wissen, was mit ihm los ist. die dynamik zwischen den beiden erinnert mich vorallem von moran freemans seite aus an die situation zwischen frankie dunn und scrap in “million dollar baby“, wo seine rolle ähnlich aufgebaut war.

die schauspielerische leistung von freeman und redford ist – wie zu erwarten war – auf hohen niveau, auch wenn beide inzwischen ziemlich alt werden (und man ihnen das auch ansieht). lopez versucht sich sichtlich auf die rolle einzustellen, jedoch passt ihr eine derartig ernste rolle nicht wirklich – sie ist und bleibt einfach jlo. die grosse überraschung kommt von gardner, die eigentlich völlig unbekannt ist und dennoch viel gefühl ins spiel bringt (für eine 15jährige) – und die szene “ihr beide seit schwul, oder?” ist einfach göttlich.

die story selbst ist mehr in die richtung einer plätscherstory; auch oft sehr vorhersehbar. es ist klar, dass griff und einar sich dann doch mögen, dass einar zu sich selbst finden muss um seiner schwiegertochter verzeihen zu können – bzw sich selbst verzeihen. dass griff dabei eine grosse rolle spielen wird, ist auch klar.
gerade deshalb hab ich durch den film hindurch einen tieferen sinn gesucht – der lustigerweise mit den schlussworten, gesprochen von mitch, klar wird – und ein paar sekunden nachdenkzeit.

ich hätte mir ein wenig mehr erhofft, dennoch hat er mir gefallen. schöne landschaftsaufnahmen, sanfte geigen- und gitarrenmusik, ein paar grossartige schauspielerische leistungen, dafür eine etwas einfältige story, die jedoch am schluss noch ein bisschen was gut macht.

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