»kino: walk the line

filmplakat“hello. i’m johnny cash.”

gestern hab ich walk the line (joaquin phoenix, reese witherspoon) gesehen.

johnny cash steckt in schwierigkeiten. nach seiner schweren kindheit und seiner zeit bei der air force steht er ohne job und geld da. als letzten ast, nach dem er greift, spielt er gemeinsam mit 2 anderen musikern bei einem label vor. dort wird ihm geraten, doch einfach zu singen, was er fühlt. nach einer spontannummer mit einem text, den er bei der air force geschrieben hat, wird die erste platte aufgenommen und ein siegeszug durch konzerthallen beginnt. doch vieles wird anders, als er mit seinem jugendidol june carter gemeinsam auf tour geht… (bild von www.megaplex.at)

walk the line ist ein biopic über das leben von johnny cash. er spielt zeitlich vom unfalltod seines bruders in jungen jahren bis hin zu dem heiratsantrag für seine zweite ehe mit june carter auf der bühne.

der film hält sich grösstenteils streng an die historischen begebenheiten. es wird nichts schöngeredet – johnny cash war drogenabhängig, er war seiner frau kein guter mann und seinen kindern kein guter vater. seine erfüllung hat er mit der musik und in june gefunden, die er schon als kleiner junge vergötterte – sie stand zu der zeit ja schon viele viele jahre auf der bühne. nachdem er sehr erfolgreich wurde und der druck stieg, fing er an tabletten zu schlucken und griff öfter zur flasche als zum micro. eine geplatzte tour und eine scheidung später geht es nur weiter bergab. june, die ihn immer wieder zurückweist, will mit ihm auch nichts mehr zu tun haben, solang er drogenabhängig ist.

neben der tollen musik selbst finde ich die rollen von phoenix und witherspoon am beieindruckensten. beide sangen alles selbst und haben dafür vorher monatelang unterricht genommen. phoenix klingt zwar nicht wie cash, aber er ist sehr nahe an dessen tiefer stimme dran. das gitarrespielen lernte er ebenfalls für den film. auch wenn er von der statur her nicht gerade ein double ist, so hat doch cash selbst ihn noch für diese rolle auserwählt.

wo man auch bei der schattenseite der besetzung wäre – ich weiss zwar nicht, wie cash’s art war, aber dieses belanglose gesicht von phoenix ist auf dauer einfach nervig – vor allem ist es exakt das selbe wie in “die abbots”. da hat mich witherspoon schon mehr überzeugt – das immer gespielte lächeln, immer glücklich nach aussen – und doch so zerüttet im inneren. nichtsdestotrotz funktionieren die beiden zusammen auf der bühne und geben – so finde ich – eines der schönsten filmpaare ab. umso schöner noch, dass die abschlussszene nicht reiner filmkitsch war, sondern – ich hab in der biographie nachgelesen – sich wirklich so zugetragen hat.

auch wenn man mehr hätte unterbringen können, so wirkt der film doch etwas lang (aber nicht langweilig!). es wird oft viel zeit für kurze zeitstrecken aufgewendet, um das ganze möglichst detailliert darzustellen, dazwischen werden ganzen monate übersprungen. es gibt viel gesang von der bühne und das ist die zeit, in der es einem einfach kalt den rücken runterläuft. die stimmung in den konzertsälen war ja oft schon unglaublich bei seinen auftritten, aber was sich dann bei seinen auftritten in den gefängnissen abspielte, ist schon fast stoff für ein eigenes lied.

ein sehr interessanter film über ein schwieriges leben und eine komplizierte liebesgeschichte – mit viel musik.

One Response to “kino: walk the line”

  1. Andi Says:

    Ich kopier an dieser Stelle am besten einen von mir bereits abgegebenen Kommentar im ärzte – board:

    scheint als wäre ich einer der ersten die wirklich enttäuscht von walk the line sind. so sehr habe ich mich auf diesen film gefreut über eine der grandiosesten gestalten der pop geschichte. und dann sehe ich einen film, der an oberflächlichkeit teilweise kaum zu übertreffen ist. von seiner traumatischen kindheit zur drogen- und alkoholabhängigkeit und dem großen Ruhm wird zwar alles gezeigt – tiefgründig wird walk the line dabei aber kaum. Man hätte ruhig ein bisschen intensinver auf den charakter und musiker johnny cash eingehen können und sich nicht bloß der bekannten rockklischees bedienen (Drogen, Alkohol,…)

    Auf jeden Fall war mir der Film bald langweilig. Schade.

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