»kino: syriana
gestern hab ich syriana (george clooney, matt damon, jeffrey wright), wiedermal in OV, im kino gesehen.
die energiefirma connex verliert die rechte zu einem ölfeld im mittleren osten an china. um dennoch weiter öl fördern zu können, fusionieren sie mit einer anderen firma. die amerikanischen kartellrechtsbehören sehen diese fusion allerdings nicht gern, die connex zur fünftgrössten ölfirma der welt macht. bryan woodman, ein in genf lebender analyst, wird vom emir zu einer party geladen um seine dieste in anspruch zu nehmen. bei dieser party kommt es zu einem tragischen unfall, aufgrund dessen es dann doch zu einem geschäft zwischen den beiden kommt. robert barnes ist cia-agent, dessen auftrag die verhinderung von illegalen waffengeschäften ist - wobei jedoch eine rakete “verloren” geht. dann wären da noch fremdarbeiter bei connex, die wegen den an china verlorenen rechten ihre arbeit verlieren und deshalb mittel- und ziellos sind. (bild von www.megaplex.at)
syriana besteht - wie man sieht - aus vielen unterschiedlichen handlungssträngen. anfangs kommen einem diese noch sehr zusammenhangslos vor, allerdings merkt man mit der zeit, wie diese langsam zusammenwachsen und sich verknüpfen.
das versteht man allerdings erst so richtig _nach_ dem film, am besten nachdem man eine nacht darüber geschlafen hat. direkt nach dem film fand ich es einfach nur wirr, während dem film fällt es teilweise auch sehr schwer dem ganzen zu folgen. dazu kommt, dass der film über 2 stunden dauert und das ganze damit ziemlich zäh wirkt. dennoch wird dadurch aufgezeigt, wie im geopolitischen klima, am ölmarkt, in religion und im solzialen doch irgendwie alles zusammenhängt. darum auch die tagline des films: “everything is connected.”. aufgrund einer entscheidung verlieren viele menschen ihren job, wovon sich dann jemand dem radikalen islamismus zuwendet. aufgrund eines unfalls werden andere entscheidungen getroffen. und so weiter.
es ist eine interessante story in einem intelligenten thriller. nur leider so intelligent und verstrickt, dass man ihn im ersten moment kaum versteht. man muss sich wirklich konzentrieren, um den film folgen zu können - und je länger ein solcher film, desto anstrengender wird es, und desto eher steigt das publikum mitten im film einfach aus. dazu kommen die unterschiedlichen sprachen, die unsereiner nur mit den eingeblendeten untertiteln versteht. angeblich hätte noch ein zusätzlicher handlungsstrang eingebaut werden sollen - dieser hätte das ganze wohl noch komplexer und undurchschaubarer gemacht.
durch diese vielen handlungsstränge gibt es keine richtigen hauptrollen. dafür sind die darsteller teilweise hochkarätig besetzt, daran gibt es wirklich nichts zu meckern. clooney hat einen vollbart und zeigt auch, dass er einige kilo zugelegt hat.
syriana ist ein schwieriger film. er gibt keine antworten, er zeigt nur auf.