»kino: die wolke

filmplakatgestern hab ich die wolke (paula kalenberg, franz dinda) im kino gesehen.

hannah wird von ihrer mutter vorgeworfen, dass sie nie verantwortung übernimmt und man sich nicht auf sie verlassen kann. sie ist der typische teenager, und zwischen ihr und elmar bahnt sich eine kleine romanze an. doch gerade in dem moment, in dem sich die beiden das erste mal küssen, ertönt ein ABC-alarm – im nicht weit gelegenen AKW hat sich ein störfall ereignet. die leute fliehen in panik, hannah muss sich alleine mit ihrem brunder auf den weg machen, um noch einen zug zu erwischen, der die leute aus der gefahrenzone bringt… (bild von www.megaplex.at)

der film basiert auf dem millionenbestseller von gudrun pausewang, die sich in dem buch um die problematik und gefahren der kernkraftwerke annimmt. der film dreht sich nicht hauptsächlich um die katastrophe selbst, sondern um die hauptdarstellerin hannah – die flucht vor der radioaktiven wolke mit ihrem bruder inmitten der massenpanik und ihrer beziehung zu elmar, vor und nach dem zwischenfall.

durch die intensive behandlung eines einzelschicksals ist die handlung des films sehr heftig und mitreissend. man fiebert mit den hauptdarstellern und erlebt eine erschreckende szene nach der anderen. der trailer zeigt schon ein stück der fluchtdramatik, ohne aber weitere geschehnisse vorwegzunehmen – der weitere verlauf der geschichte wird also nicht verraten.

regie führte gregor schnitzler, der auch die regie bei “soloalbum” inne hatte. er verwendete farb- und kontrastwechsel über einen bestimmten zeitraum, um die stimmung weiter zu dramatisieren – also von farbenfroh zu fahl und düster. die drehorte sind neben den (real existenten) in die handlung verwobenen gemeinden, in denen der film spielt noch münchen; für die bahnhofsszenen wurde in belgien gedreht, da die deutsche bahn den dreh nicht bewilligte.

paula kalenberg spielt ihre rolle erstaunlich gut. sie trägt praktisch den ganzen film und kann damit einen meilenstein in ihrer noch jungen schauspielkarriere setzen. ihr verhalten auf der flucht, wie sie plötzlich die verantwortung für ihren kleinen bruder übernehmen muss und wie das alles auf einen schlag sinnlos erscheint. unter schock stehend, wie sie alles nur noch gedämpft wahrnimmt. die hochs und tiefs nach dem unglück, wie sie sich selbst die schuld für geschehenes gibt und das wiedersehen mit elmar.

ja, die geschichte ist polarisierend, und drückt übertrieben auf die angst der auswirkungen, die ein störfall in einem AKW in unserem dichtbesiedelten gebiet haben könnte. oft wird gesagt, dass sich eine katastrophe wie 1986 in tschernobyl nicht mehr ereignen kann und die westlichen reaktoren sowieso sicher sind. ich bin – wie so viele andere wohl – kein experte auf dem gebiet, aber der mensch ist immer noch der grösste unsicherheitsfaktor und ein “unmöglich” gibt es in diesem zusammenhang wohl nie. der film frischt den gedanken an mögliche konsequenzen wieder etwas auf.

der film ist erschreckend, schockierend und rührend zugleich, und wirklich mitreissend. hierzulande ist er ab 10 jahren freigegeben, und ich muss sagen dass er wohl dennoch nicht für jeden geeignet ist – er ist intensiv und geht sehr an die substanz, finde ich. nichtsdestotrotz sehr sehenswert.

2 Responses to “kino: die wolke”

  1. Andi Says:

    Danke für die tolle Kritik. Nachdem ich den Trailer im Kino gesehen habe wollte ich den Film sowieso sehen. Nach deiner Beschreibung bin ich überzeugt dass er gut sein wird.

  2. luziana Says:

    Habe das Buch auf dem der Film beruht in der Schule gelesen. Schweinfurt lag direkt vor der Haustuer, drum war es doppelt schockierend. Mittlerweile arbeite ich in Schweinfurt und sehe “die zwei Tuerme” wenn ich aus dem Fenster schaue… das macht es nicht weniger schockierend, aber man gewoehnt sich daran.

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