»kino: brokeback mountain

filmplakatgestern hab ich – spät, aber doch – brokeback mountain (heath ledger, jake gyllenhaal) im kino gesehen.

ennis del mar und jack twist bekommen 1963 für einen sommer lang den job auf eine schafsherde hoch in den bergen aufzupassen. am brokeback mountain verbringen sie tag für tag den einsamen alltag; die einzige verbindung zur zivilisation die essensnachschublieferungen. doch bald wird klar, dass es zwischen ihnen mehr als nur die kameradschaft am berg gibt. doch die gesellschaft in den frühen 60ern würde das nicht verstehen, und so müssen sie dann doch getrennte wege gehen. vorerst… (bild von www.megaplex.at)

ein film, der von vielen menschen allein aufgrund der thematik verweigert wird, wird gerade dadurch schon interessant. ein film, der dann “nur” 3 oscars abstaubt, darunter bei etlichen nominierungen nicht “best motion picture of the year”, und das vermutlich, weil manche juroren den film verweigerten, bestärkt das. allerdings muss man auch ein wenig vorsicht walten lassen. einen film, der von den kritikern, die ihn gesehn haben, in den höchsten tönen gelobt wird (jetzt mal das review der katholischen nachrichten ausser acht gelassen) und sich in einem regelrechten hype befindet, muss man etwas distanziert betrachten.

der film startet mit dem treffen der beiden, als sie den job bekommen. ennis, der ruhigere typ, war helfer auch einer ranch; der kommunikativere jack rodeo-reiter. die beiden müssen auf dem berg getrennt übernachten, um die schafe nicht zu gefähren; als es eines nachts zu spät ist, um noch zum nachtplatz aufzubrechen, übernachten beide im gleichen zelt und die dinge nehmen ihren lauf. nach dem sommer trennen sich ihre wege. beide heiraten, beide ziehen kinder gross. bis sie sich nach 4 jahren wieder treffen.

die ganze geschichte zieht sich über 2 jahrzehnte, und hat neben der beziehung zwischen unseren 2 cowboys noch anderes zu bieten – wie sich die beziehungen zwischen ihnen und ihren frauen entwickeln, vorallem auch nachdem eine verdacht schöpft; das familienleben, die kurzurlaube alle paar monate am brokeback mountain, wunderbare naturaufnahmen von wyoming und eine etwas ungewöhnliche lovestory.

neben den grossartigen schauspielerischen leistungen von ledger und gyllenhaal (der mich ja bereits in donnie darko überzeugt hat, das mitspielen im dummbatzen-film the day after tomorrow verzeih ich ihm), die mit wenigen mitteln wirklich zu überzeugen wissen, muss man noch ennis’ frau alma (gespielt von michelle williams) hervorheben, deren schwierige aufgabe es ist, bescheid zu wissen. ihre reaktion, als sie es herausfindet, die fortlaufende ehe zwischen ihr und ihrem mann; alles sehr glaubwürdig und auf hohem schauspielerischen niveau.

obwohl die zahlreichen naturaufnahmen wunderschön ist, fand ich den bildgewaltigsten moment dennoch der moment mit dem feuerwerk, kurz nach der drohenden schlägerei, alma die kinder in schutz nehmend und mit vorwurfsvollem blick zu ennis, der etwas unbeholfen zu seiner frau blickt, während im hintergrund die feuerwerksraketen explodieren – wahnsinn.

der film hat eigentlich keine richtige aussage. er stellt sich nicht sonderlich auf seite der homosexuellen oder möchte in der hinsicht besonders wertvoll wirken. es ist einfach eine relativ komplizierte love-story, deren 2 handlungspartner halt beide männer sind. das ende ist etwas seltsam, irgendwas hätte man sich noch erwartet. ein schöner, warmherziger film, definitiv einer “der grossen”; jedoch kann ich den hype darum nicht sonderlich nachvollziehen.

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